Verfasst von: joanemarie | 03/30/2008

Prolog

Reiseerinnerungen vergangener und gegenwärtiger Jahre

„Albatros“ von KARAT
Fanvideo zum Lied „Albatros“
mit Szenen aus dem Film DEEP BLUE

Albatros – KARAT (1979)
Es gibt einen Vogel,den haben Matrosen zum Herrscher gekrönt.
Er fliegt um die Erde vom Südpol nach Norden. Kein Ziel ist zu weit:
Der Albatros kennt keine Grenzen.
Er segelt mit Würde, durchwandert die Lüfte,
als wär’ er ein Gott.
Er folgt ihren Schiffen auf Hochsee,
durch Klippen, berauschend sein Flug.
Er sucht ihren Weg durch die See.
Und krachen die Stürme mit rauer Gewalt
auf den Ozeanen so unendlich weit.
Dann fliegt er mit Feuer und steigt ungeheuer zur Freiheit der Meere.
Doch wenn er gefangen
in armdicken Schlingen mit Tücke und List.
Dann brechen die Schwingen. Es trauert das Meer, das den Herrscher vermisst.
Gefangen sein heißt für ihn tot.
Die Sklaven der Erde, verhöhnt und geschunden, sie teilten sein Los.
Wenn er lag gefesselt,
verblutend am Ufer, gebrochen sein Flug.
Der Albatros war ihr Symbol.
Dann ruft ihn die Weite, die endlose Macht.
Dann stürmt er ins Freie mit maßloser Kraft.
Er schwingt seine Flügel, sprengt Schlösser und Riegel der Fesseln und Ketten.

Und türmen sich Wände
und greifen ihn Zwingen aus Wolken wie Blei.
Und schlagen ihn Blitze,
er kämpft mit den Schwingen das Hindernis frei.
Er findet den Weg auch im Orkan.
Und krachen die Stürme mit rauer Gewalt
auf den Ozeanen so unendlich weit.
Dann fliegt er mit Feuer und steigt ungeheuer zur Freiheit der Meere.
Kategorie: Musik
Tags:
Albatros Karat

Seit vielen Jahren fertige ich nun Reisetagebücher unserer bisherigen größeren Auslandsreisen an, schreibe all die Empfindungen und Eindrücke von mir und uns, meiner kleinen Familie aus Potsdam, während der Reisen auf und möchte Ihnen liebe Leserinnen und Leser einige Erfahrungen einer „ostdeutschen Familie im Urlaub“ zur Unterhaltung und zum Nachdenken nahe bringen, bzw. selbst vergnüglich über unsere schönen und zum Teil auch trüben Erinnerungen berichten.

Unsere bisherigen Reisen nach der Wende führten uns zuerst nach Österreich, nach Dänemark und Südtirol, nach Frankreich (Paris, ans Mittelmeer und in die Bretagne), zweimal auf die Insel Bornholm, in die Schweiz, nach Griechenland (Kreta und Rhodos), auf die Kanaren, und schließlich auch nach Norwegen, wobei ich feststellen muss, dass für uns deutsche Ziele mit Ausnahme von München und dem Bayrischen Wald, bzw. ein Wochenendtrip durch Hamburg zu den weniger favorisierten Zielen gehörten.

Woran das wohl gelegen hat? Vielleicht daran, dass wir im Ausland immer nur Deutsche waren, während wir im Land selbst schon von Weitem als Ostler klassifiziert wurden und während der Urlaubstage schon einige Male in politische Diskussionen verwickelt wurden, während wir unsere eigene Lage mal vergessen wollten.

Auch möchte ich betonen, dass unsere Reisen zum großen Teil den Charakter des Nachholen’s europäischer Allgemeinbildung an kunsthistorischen Denkmälern bzw. dem Kennen lernen schöner Landschaften dienten, zum reinen Faulenzen am Meer oder Pool nahmen wir uns keine Zeit und hätten uns dabei auch nicht wohl gefühlt. Wenn wir dann wieder zurück in der Heimat waren und unser Leben mit dem der Bretonen oder Griechen verglichen, bzw. auch in der Schule mit unseren Schülern darüber diskutierten (ich selbst hatte als Musik- und Geschichtslehrerin und mein Mann hauptsächlich im Kunstunterricht häufiger dazu Gelegenheit), dann haben uns die Reisen auch noch Jahre danach viel gegeben und uns unsere neu errungene Freiheit auch ausleben lassen.


Antworten

  1. Liebe Joanemarie,

    ich kann mich noch gut erinnern, was damals, so um 1963/64 herum, meine ersten großen Reiseziele waren. Unser Schülerheim im damaligen Westberlin wurde in der Ferienzeit geschlossen, wir »Heimschüler« gewissermaßen ausgesetzt (alt genug waren wir ja), bekamen das Geld, das von unserem Lastenausgleich/Stipendium eigentlich dem Heim zustand, ausgezahlt und los ging’s. – Zuerst einmal an die Nordsee. Sie war mir bisher, aus meiner DDR-Oberschulzeit nur aus Storms »Schimmelreiter« bekannt. Jetzt wollte ich sie sehen, orientierte mich am Schulatlas, wählte die Bahnverbindungen nicht ganz optimal, doch kam zum Sonnenuntergang tatsächlich auf Langeoog an. Die ersten vier Nächte schlief ich am Strand in den Dünen und erfuhr so u.a. sehr eindringlich, wie laut Möwen sein können. Später verdingte ich mich als »Mädchen / oh doch besser / Junge für alles in einem großen Hotel, lernte eine junge Küchenmannschaft kennen, verliebte mich und es wurde einer der fröhlichsten Sommer meines Lebens. Lauter »Bilder« habe ich noch vor meinen Augen. Alles verdiente Geld, bis auf den letzten (damals) Groschen »verreiste« ich dann gleich anschließend in den Städten Norddeutschlands: Wilhelmshaven, Bremen, Oldenburg, Hamburg, Lübeck – und kam völlig »blank« im Schülerheim wieder an. Hamburg wiederum wurde mir als Stadt meines Fernwehs am bedeutsamsten, denn in den späteren Jahren fuhr hier für mich oft das Schiff nach England ab.

    Weitere meiner ersten Reiseziele entsprangen der Bibliothek unseres Vaters. In meiner frühen Babelsberger Zeit mit meinen Phantasien aufgeladen, wollte ich sie nun sehen, – die Straßen und Orte aus den Romanen Dumas’, Heinrich und Thomas Manns, Zolas, Maupassants …

    Mein Interesse, mein Fernweh, ja, meine eigenen ganz persönlichen Orientierungen bzw. Vorstellungen auf/von dieser Welt wurden sehr früh angelegt, indem unser Vater mir erlaubte, mir jedes Buch aus den Schränken seines »Herrenzimmers« zu nehmen, welches mich auch immer interessierte.
    So faszinierte mich schon früh ein Straßenname besonders: »Rue Saint André des Arts«. Ich »musste« schon allein deshalb h i n a u s aus der DDR und auch später noch, als ich längst in Westberlin meine kleine Studentenwohnung ausgebaut hatte, gab er mir immer noch per Brief den Impuls, besonders dann, als die ersten Krisen über mich hereinbrachen: »Mach dich auf, geh auf eine Reise!« Deshalb wohl betrachte ich inzwischen meine kleinen Wohnungen stets als kleine Schiffe; Ich kann jederzeit irgendwo an Land gehen, aber auch jederzeit ablegen.

    Viel Spaß mit Deinem neuen Blog wünsche ich Dir – und noch viele schöne Reisen! – khnemo

  2. Lieber khnemo,
    zunächst einmal hab vielen Dank für den netten und langen Kommentar; in der Nacht hatte ich schon den Gedanken, wie ich deinen Kommentar von Blog.de denn auch umsiedeln könnte, dann am Morgen die Überraschung….
    Du sprichst aus,was auch wir so empfinden, leider ist uns nur nicht mehr soviel Zeit vergönnt und Geld kostet es halt auch. Aber Reisen macht Spaß und wenn man zurück kommt, kann man viel erzählen.
    Mit wordpress geht es noch nicht so schnell voran, ich muss da noch hart üben, derweil arbeitet Jousijous
    im Garten, etwas widerwillig, denn er möchte doch auch an den PC. Viele liebe Grüße

    joanemarie


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