Obwohl es am vergangenen Wochenende fast pausenlos schüttete und die Glienicker Brücke in graue Regenwolken gehüllt war, kamen sehr viele Besucher sowohl zum nun schon 6. Schlössermarathon als auch zur Wiedereröffnung der schönsten „Laube“ Berlin und Potsdams durch Stiftungsdirektor Hartmut Dorgerloh am diesjährigen Welterbestättentag nach umfangreicher Restaurierung. Mitten im Park von Klein-Glienicke ließ sich Prinz Carl von Preußen 1835 nach Entwürfen Schinkels einen großartigen Aussichtspunkt, die „Große Neugierde“ bauen ,von der aus man als Ausguck sowohl nach Potsdam und Babelsberg als auch nach Berlin und nach Sacrow schauen und die wunderbare Seenlandschaft zwischen Berlin und Potsdam bewundern und genießen konnte. Die Baukosten von 400000Euro in 3 Jahren waren nötig für die Reinigung der stark verschmutzten Sandsteinsäulen, ebenfalls erneuert wurden Informationstafeln im Park von Klein-Glienicke, die den Besucher entlang des Weges über den Bau und die Geschichte des Bauwerkes vertraut machen. Im Aussichtspavillon kann der Besucher nachvollziehen, was man bis 1938 von diesem Aussichtspunkt alles sehen konnte.

Der berühmte „3 Kirchen-Blick“" auf Potsdam ist leider inzwischen durch Straßenerweiterungen und der damit verbundenen Umsetzung des Bauwerks Geschichte. Dafür hat der Ortsteil Klein-Glienicke an Anziehungskraft durch die Besucher rapide zugenommen. War er vor der Wende nur mit einem Passierschein und nur über die schmale Brücke über den Teltowkanal erreichbar,total abgeschieden, ist er heute wieder ein Teil von „Preußisch Arkadien“.

So interessierten sich die Spaziergänger nicht nur für die historischen Gebäude, die sanierten Häuser des „Schweizer Kunstdorfes“ mit alpiner Architektur und entsprechender Landschaft sondern auch für die unterschiedlichen Lebensgeschichten und ~Schicksale der Bewohner, dargestellt in einem neu veröffentlichtem Buchvon Jens Arndt: „Vom Schweizerdorf zum Sperrgebiet“.Darin berichtet er vom DDR-Alltag im eingezäunten Ort, von den 1973 letzten gelungenenTunnelfluchten zweier Familien, dem Ort als Prominentenwohnort für reiche Berliner und auch der Vertreibung langeingesessener Bürger nach der Wende.Die kleine Kapelle, Symbol für die Wiedervereinigung war ebenfalls von großem Interesse.
Mit kulinarischen Genüssen und kulturell wurden „Groß und Klein“ am Unesco-Welterbetag vom Restaurant „Bürgershof“ mit Jazzmusik und historischen Klängen verwöhnt und später am Abend mit einem Abendgottesdienst in der Kapelle Klein-Glienicke verabschiedet.
Lit.:PNN vom 8.06.2009




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Unser nächster Ausflug nach Klein Glienicke wird nun wohl sicher auch zur »Großen Neugierde« führen.
Vielen Dank für den informativen Tipp, liebe Joanemarie, und kliebe Grüße von ppawlo und khnemo
Von: khnemo am 06/13/2009
um 7:41