Der Weinberg von Sanssouci

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Beim Studium der Weinanbaugebiete von Deutschland, speziell von Rebsorten, im Internet vermisste ich eine Listung der Zentren des Obst- und Weinanbaus an der Havel zum Beispiel, das von „Werder an der Havel“. Aber den Anbau von Wein gab es auch schon viel, viel früher.

Der bisher in den Sanierungsmaßnahmen der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten vernachlässigte Weinberg von Sanssouci, am Südhang des Klausberges, 1769 unter Friedrich II. als Wein-und Obstgarten angelegt, erwachte in den Septembertagen 2008 in Potsdam zu neuer Blüte und Attraktivität.
Einige beherzte Potsdamer Bürger/innen gründeten am 14. September 2005 den Bauverein Winzerberg, um in Eigeninitiative den historischen Bestand zu sichern, die Bausubstanz zu sanieren und für eine denkmalgerechte Nutzung des Winzerberges zu sorgen, da der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin- Brandenburg in den nächsten 10 Jahren kaum finanzielle Mittel für einen Wiederaufbau dieser historischen Gartenanlage zur Verfügung stehen.
In der Zusammenarbeit mit Potsdamer Bürgern aus allen gesellschaftlichen Schichten, die den Verein bei diesem Vorhaben mit tatkrätiger Arbeit und Spenden unterstützten, hatten sie schon beim Wiederaufbau der Alten Neuendorfer Kirche am Neuendorfer Anger sehr gute Erfahrungen gemacht.
Der Winzerberg ist eine Terrassenanlage aus 5 Hangmauern mit einer gesamten Länge von 320 m. Am Eingang zur Anlage, dem Triumpftor, befinden sich eine Rundbank und eine Skulpturennische. Über ein mit Gras bewachsenes Plateau und über die in der Mitte gelegene Bacchustreppe erreicht man die erste Weinbergterrasse.

Der Weinberg von Sanssouci

Es war für den Verein zunächst nicht leicht, mit den Sanierungsarbeiten zu beginnen, alte historische Pläne gab es zum Beispiel erst seit 1854 von dem Architekten L.F.Hesse, der eine Bestandszeichnung aufgestellt hatte, die die Fundamente der Wände nur mit 1,0 m Tiefe darstellte. Ein schwerwiegender Fehler, wie sich herausstellte, da spätere Generationen den Weinberg nicht mehr für sanierbar einschätzten. Studenten der Fachhochschule Potsdam, Bereich „Konstruktiver Ingenieurbau“ waren es, die mit Forscherdrang die Erde aufbuddelten, um festzustellen, dass die Fundamente über 5 Meter tief waren und somit eine Sanierung möglich wurde. Im Oktober 2005 begannen mit der Freilegung der ersten Wände und der Feststellung der Schäden,(das Wurzelwerk von Weinreben und Obstbäumen hatten die Fugen des Mauerwerks bis fast zum Einsturz gesprengt), eine umfangreiche Planungsphase und die Restaurierung zunächst einer Musterachse.
Ende des Jahres 2007 übergab der Bauverein Winzerberg die restaurierte Bacchustreppe an die Stiftung, aber auf der Grundlage des massiven Schadenumfangs rechnet man mit einer Bauzeit von 10 Jahren. Insgesamt wird geschätzt, dass ca. 3,5 Millionen Euro für die völlige Wiederherstellung der ehemals fast völlig verglasten Weinberganlage erforderlich sind und ein Großteil der Kosten nur über ein größeres Sponsoring erbracht werden können, wobei sich die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin- Brandenburg mit einem Drittel an den Kosten beteiligt. So soll es von nun ab, jährlich einen Gartenschautag, wie den vom 21.September, geben und der Weinberg zu einer Touristenattraktion werden und im nahe gelegenen Drachenhaus, heute ein Café, früher das Wohnhaus des Winzers, kann sich der Sanssouci-Besucher ganzjährig von der langen Wanderung erholen.
Seit dem 14. 3.2008 ist der Winzerberg übrigens schon von weitem mit dem Schriftzug„Ohne Sorge“erkennbar. Mit dieser Kunstinstallation sollen die Besucher, Touristen und Potsdamer, aufgerufen werden, ihre Aufmerksamkeit auf die Sanierung der historischen Terrassenanlagen zu richten, und mitzuhelfen, dass der Weinberg wieder ein Schmuckstück wird.

Literatur:
„Bauen Wohnen Freizeit“reg. Fachzeitschrift d. Landes Brandenburg, 15.Jhg.Hft.4(87)2008; „Weinberg wird Touristenattraktion“, Potsdamer Neueste Nachrichten vom 19. September 2008;

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