Potsdam-Bilder v. J.Günther

Aquarellstudie

Die Glienicker Brücke gegenüber dem Schloß Babelsberg verbindet Berlin mit Potsdam. Ihre Geschichte begann im 17. Jahrhundert mit einem Holzbau über die Havel und wurde 1834 durch eine von Schinkel entworfene, steinerne Brücke fortgeführt. 1907 wurde sie in der Form einer stählernen Hängebrücke nach dem Entwurf der Duisburger Brückenbauanstalt Johann Kaspar Harkort neu gebaut und war bereits damals mehr als nur eine Flußüberquerung, sondern ein beliebtes Ausflugsziel in der Potsdamer und Berliner Kulturlandschaft. Den amerikanischen Bombenangriff auf Potsdam vom 14. April 1945 überstand sie unbeschädigt, 14 Tage später aber zerrissen sie zwei Sprengsätze der geschlagenen Deutschen Wehrmacht in der Mitte. Durch eine hölzerne Notbrücke wurde der Verkehr der Alliierten zwischen Berlin und Potsdam gesichert. Bereits Ende 1945 beauftragte das Wasserstraßenamt Potsdam zwei Berliner Firmen mit der Erstellung eines Gutachtens für den Wiederaufbau. Doch ehe damit begonnen werden konnte, erfolgte eine Neuordnung der Verwaltung, das Land Brandenburg war nun zuständig. Dieses beauftragte den Potsdamer Wasserbauingenieur Dr. Hans Dehnert mit der Leitung der Bauarbeiten, die am 3. November 1947 begannen. Es war ein Provisorium geplant, mit einer von 13m auf 6 m verengten Straße, doch Anfang 1949 sollte Dehnert die Glienicker Brücke wieder so herstellen , wie sie 1907 übergeben worden war. Es fehlten aber qualifizierte Bauarbeiter und durch die Währungsreform im Juni 1948 in den Westberliner Sektoren konnten auch die beiden Berliner Firmen nicht mehr bezahlt werden. Dennoch gingen die Arbeiten weiter. Die feierliche Einweihung war am 19. Dezember 1949. Nach dem 13. August 1961 wurde die neue Glienicker Brücke als „Agentenschleuse“ zum Sinnbild der Teilung Deutschlands. Erst nach dem 9. 11. 1989 erlangte sie wieder ihre einstige Bedeutung als verbindendes Glied zwischen Berlin und Potsdam.

Quelle: Thomas Blees „Glienicker Brücke“ ,be.bra verlag 1996

Seite 2

Antworten

  1. Diese Seite bietet Euch ja nun eine wunderbare Möglichkeit Eure geplanten Einträge über Potsdam und Babelsberg einzuführen und zu illustrieren. Ja, die „Glienicker Brücke“ ! – Es ist ein sehr schönes Aquarell, mit dessen Motiv, auch gerade in dieser dargestellten Stimmung, ich viele ganz unterschiedliche persönliche Erlebnisse verbinde, – Heimat eben. – Ich freue mich schon auf weitere Bilder.

  2. Hallo Khnemo, vielen Dank für Deinen Kommentar. Es freut mich, dass es Dir gefällt. Ich habe vor, noch ein paar Bilder auf diese Weise der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

    Viele Grüße Jousi


Einen Kommentar hinterlassen

Sie müssen angemeldet sein, um kommentieren zu können.